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Der Stimmkreis Nürnberger Land


Der Landkreis Nürnberger Land zählt zum Regierungsbezirk Mittelfranken und schließt östlich an den Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen an. Während der westliche Teil stark vom Ballungsraum geprägt wird, tritt nach Osten zu mehr der ländliche Charakter hervor. Bei einer Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 45 km und einer Ost-West-Ausdehnung von etwas über 30 km, weist der Landkreis eine Fläche von 801 qkm auf. Der Hohenstein mit seiner Burg, eines der Wahrzeichen des Nürnberger Landes, ist mit 633 m ü. NN die höchste Erhebung im Landkreis, während in der Kreisstadt Lauf bei 319 m ü. NN der tiefste Punkt erreicht wird.
 

 

Seite aktualisiert am 17.02.2010

Stimmkreis Nürnberger Land

Das Gebiet des heutigen Landkreises wurde sehr früh besiedelt. Dies belegen Spuren eiszeitlicher Jäger in zahlreichen Höhlen des Fränkischen Jura. Ein Zeugnis aus der späten Urnenfelderzeit (1000 v. Chr.) ist der Ringwall auf der Houbirg, einer weithin sichtbaren Befestigungsanlage. Überregionale Bedeutung haben drei Funde aus der Hallstattzeit (der frühen Eisenzeit, 750 - 500 v. Chr.): der Goldkegel von Ezelsdorf, das Reiterlein von Speikern und die Pferdchenschale aus der Beckerslohe bei Oberkrumbach.

Ab dem 7. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum baierischen Nordgau, der bis 1003 unter baierischem Recht stand. Die Besiedlung des Gebiets erfolgte vom Süden her, ebenso die Missionierung, zunächst durch das Kloster St. Emmeram in Regensburg, später durch das Bistum Eichstätt. Zu Beginn des 1. Jahrtausends, nach der Zerschlagung des baierischen Nordgaus durch Kaiser Heinrich II., fiel ein Großteil des Gebiets an das Bistum Bamberg, die Sulzbacher Grafen, die Staufer und die Wittelsbacher.

Einen großen Einschnitt in die Geschichte des Landkreisgebietes brachte das Jahr 1504 mit dem Ausbruch des Landshuter Erbfolgekrieges. Dabei gelangte die freie Reichsstadt Nürnberg in den Besitz der pfalz-baierischen Pflegeämter Altdorf, Hersbruck, Lauf, Velden, Betzenstein und Hiltpoltstein. Das Land um die Festung Rothenberg mit Schnaittach blieb wittelsbachisch, Hohenstadt, Osternohe und Schönberg brandenburgisch. Die gemeinsame Stadt-Land-Geschichte dauerte 300 Jahre an, bis 1806 die Reichsstadt Nürnberg mit ihrem umfangreichen Landbesitz an das neugegründete Königreich Bayern fiel. 1862 wurden Justiz und Verwaltung getrennt und Bezirksämter gebildet, die 1939 in Landkreise umbenannt wurden.

Am 1. Juli 1972 begann mit der Gemeindegebietsreform eine neue Ära. Die Altlandkreise Hersbruck, Lauf und Nürnberg wurden zum Großlandkreis Nürnberger Land vereinigt. Bis 1972 war die Zahl der Gemeinden von 111 auf 53 geschrumpft. Am Ende der Gebietsreform 1978 waren es 27. Der Landkreis zählt zu den mittelgroßen Landkreisen Bayerns und steht mit derzeit 166545 Einwohnern an neunter Stelle. Geographisch ist das Nürnberger Land reich gegliedert. Im Westen dominiert das produzierende Gewerbe und die Industrie, der Osten hingegen ist ländlich strukturiert. Die waldreiche Mittelgebirgslandschaft mit den Dolomitkuppen der Frankenalb verleihen dem Landkreis einen hohen Erholungswert.
 

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