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Seite aktualisiert am 13.07.2010

Informationsveranstaltung Für und Wider von Windkraftanlagen  am 29.06.2010 in der Aula der Ottensooser Schule

Auf den Leserbrief in der Pegnitz-Zeitung am 09.07.10 von Herrn Peter P. Kraus aus Osternohe muss mit ein paar Worten dagegenhalten werden.

Er spricht von Herrn Wörner, er sei spöttisch, arrogant gewesen, er war polemisch und hat mit billiger Parteipolitik die ach so braven Zuhörer diffamiert. 

Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins, wie auch einige andere (nicht SPD-ler) haben die Diskussionslage aber etwas anders gesehen als Herr Kraus in seinem Leserbrief geschildert hat.

Wir haben unten stehenden Bericht dem Ottensooser Bürgermeister ausgehändigt und werden das Gemeinderatsgremium ausführlich darüber informieren. Auf das Mittel eines Leserbriefes werden wir verzichten, da wir glauben, dass die breite Öffentlichkeit solche Briefe wie den von Herrn Kraus kaum noch lesen mag und das Thema schon reichlich diskutiert wurde. Wir finden es schade, dass Herrn Kraus die Courage fehlt, sich mit den Veranstaltern und dem Referenten auf einem vernünftigen Niveau über dieses Thema  - speziell die Art des Umgangs mit den Anderen -  zu unterhalten.

Hier UNSER Bericht im Wortlaut:

Euch, als Bürgermeister- und Gemeinderatskolleginnen und -Kollegen möchte ich heute über die von Christine Zierer organisierten Informationsveranstaltung „Für und Wider von Windkrafträdern“ am Dienstag, den 29.06.2010 um 19.30 Uhr in der Aula der Schule Ottensoos einige meiner Eindrücke schildern. Wobei es hier weniger um den politischen oder gar parteipolitischen Inhalt geht, sondern WIE manche Zeitgenossen mit gewählten Volksvertretern und Mitmenschen umzugehen pflegen. Nach dem Motto: „Du bist nicht mein Freund, also bist du mein Feind!“

Die SPD unter der Leitung ihrer Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzenden Christine Zierer konnte an diesem schwülwarmen Abend, wo unter anderem noch das (interessante) WM-Spiel Portugal gegen Spanien stattfand ungewöhnlich viele Zuhörer begrüßen. Wie sich herausstellte waren etwa 1/3 aus Ottensoos, den Rest kannte ich zumindest nicht.

Der Referent des Abends, extra aus München angereist, der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Ludwig Wörner begann seinen Vortrag und wurde in den ersten Minuten schon mit unschönen Zwischenrufen bombardiert, so dass nahezu jede Minute irgendein anderer den Vortrag massiv störte. Zugegebener Maßen, war der Vortrag schon eher „Pro-Windkraft“ ausgelegt, jedoch immer mit dem Hintergrund: der Atomlobby und dem weiteren Betreiben der Atomkraftwerke entgegenzuwirken und war schließlich ein Werben um regenerative Energieformen. Aber wie gesagt, um den Inhalt geht es hier nicht. Selbstverständlich hatte er auch einige saloppe Bemerkungen parat, die die Zuhörerschaft natürlich sofort beleidigt und persönlich nahm, nach deren Motto: austeilen ja, aber einstecken, nein.

Nach etwa 10 Minuten hatte ich mich an das Publikum gewandt mit der Bitte, den Referenten seinen Vortrag doch in Ruhe ausführen zu lassen und erst am Ende in die Diskussion einzusteigen und ich warb um einen fairen Umgang miteinander. Man hielt sich etwa 10 Minuten lang mehr oder weniger danach.

Die polemischen Zwischenrufe und die Unruhe wurde immer größer, wobei eine FW-Gemeinderatskollegin und einige Ottensooser Zuhörer  nach gut einer halben Stunde die Veranstaltung verließen, weil sie sich gerne zum Thema informieren wollten, anstatt sich so eine undisziplinierte Debatte anzutun - wie mir persönlich gesagt wurde.

Herr Ludwig Wörner wurde in der Folgezeit mit (präzise vorbereiteten) teils sehr persönlichen Angriffen attackiert, es wurde versucht ihn in äußerst polemischer und schulmeisterischen Art vorzuführen. Meines Erachtens waren einige Mitmenschen (die sich zu erkennen gaben, aus Bullach, Osternohe, Lauf, Schnaittach und dem südlichen Landkreis) gezielt vorbereitet, um die Veranstaltung und den Referenten zu demontieren. Wenige besonnene Besucher, teils aus Ottensoos brachten ebenfalls emotional, dennoch gemäßigt ihre Bedenken gegen die Windräder vor.

Herr Wörner hat sich logischerweise verteidigt, doch die Tumulte nahmen mehr und mehr zu, wobei es kaum mehr gelang die Menschen für eine sachliche Diskussion zu beruhigen, was diese offensichtlich ja gar nicht wollten, wo dann gegen 21.20 Uhr die scheinbar organisierten „Gegenwind-Besucher“ respektlos die Aula verließen.

Was für ein Demokratieverständnis besitzen solche Menschen, die in einer derart polemischen, respektlosen und aggressiven Art und Weise Andersdenkende attackieren. Ohne jegliche Streitkultur wurde hier versucht, den anderen unterzubügeln und teilweise persönlich zu diskreditieren.

Wie erwähnt, waren es sehr viele Auswärtige aber auch Mitglieder der Bürgerinitiative aus Ottensoos (Ich merkte mir nur den Namen Pantelmann, es waren aber noch ein paar andere anwesend)

Es wäre ein sicher informativer Abend geworden, da Herr Wörner in der Tat sehr sachkundig war. Wenn aber sogar die aktuellen Zahlen der Staatsregierung, die Herr Wörner als MdL ja zweifelsfrei hatte von den Störern in Frage gestellt werden, weiß man woher der Wind im wahrsten Sinne des Wortes weht. Ich und meine Freunde waren zum Teil entsetzt und fassungslos.

Ich verwahre mich gegen solche Menschen, wo manche vielleicht studiert haben, jedoch in ihrer langen Schulzeit die einfachsten Regeln des menschlichen Zusammenlebens von Schule und Elternhaus nie vermittelt bekamen: Respekt und Anstand. In unserem Dorf, wo ich mittlerweile schon fast 35 Jahre  - und dies gerne - lebe, habe ich solch eine Intoleranz und fast schon militante verbale Auseinandersetzung noch nicht erlebt.

Demokratie ja gerne, aber bitte nicht so!

 

Franz Stark

3.Bürgermeister, Gemeinderat

stellv. Ortsvereinsvorsitzender

 

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